Gemeinde Wüstenrot

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Forschungsprojekt Energieversorgung

Forschungsprojekt EnVisaGe

Wüstenrot wird zur Plusenergiegemeinde

Von August 2012 bis Juli 2016 läuft das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Eneff:Stadt-Projekt EnVisaGe ‚Kommunale netzgebundene Energieversorgung – Vision 2020 am Beispiel der Gemeinde Wüstenrot (kommunales Clusterprojekt). Die Projektkoordination hat Dr. Dirk Pietruschka vom Forschungszentrum Nachhaltige Energietechnik (zafh.net) der Hochschule für Technik Stuttgart (HFT) inne. In der Umsetzung wird dieses Projekt vom zafh.net als Konsortialkoordinator und wissenschaftlicher Verbundpartner begleitet. 

Auf diese Weise setzt die Gemeinde Wüstenrot unter wissenschaftlicher Begleitung ihren Weg in die Energiewende fort. Bereits 2007 hatte die Gemeinde im Landkreis Heilbronn beschlossen, bis 2020 zur Plusenergiegemeinde zu werden. Das heißt, die Kommune will ihren gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern wie Biogas, Erdwärme, Wärmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie und Windkraft auf der Gemeindefläche von 3000 Hektar selbst erzeugen und künftig Überschüsse vermarkten. Das Projektteam EnVisaGe erarbeitet nun einen Energienutzungsplan für Wüstenrot wobei in Kooperation mit dem Zentrum für Geodäsie und Geoinformatik der HFT innovative Planungswerkzeuge auf 3D Geoinformationsbasis (GIS) zum Einsatz kommen. Auf Potenzialanalysen aufbauend werden verschiedene  Szenarien entwickelt, die als Grundlage für eine fundierte Roadmap dienen. Untermauert wird diese Roadmap durch innovative Finanzierungsmodelle, die an der HFT im Forschungsschwerpunkt Finanzwirtschaft entwickelt werden und die eine zeitnahe Umsetzung der notwendigen Maßnahmen ermöglichen.  

Ein massiver Ausbau der Stromversorgung auf der Basis von erneuerbaren Energien wird das lokale Stromnetz deutlich belasten. Daher werden parallel zu den Potenzialanalysen in Zusammenarbeit mit dem ZSW (Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg) und dem IFK (Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart) auch die Rückwirkungen auf das Stromnetz untersucht und Lösungen wie etwa eine Netzverstärkung oder eine lokale Netzentlastung durch dezentrale und zentralisierte Stromspeicher sowie intelligentes Lastmanagement untersucht. Gleichzeitig wird die Neubausiedlung „Vordere Viehweide“ als Plusenergie-Modellprojekt großflächig mit geothermischer Wärme versorgt, und zwar über eine europaweit erstmalig realisierte Agrothermiefläche (nach dem System Doppelacker). Darunter versteht man die geothermische Nutzung des Bodens in 2 Meter Tiefe zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden. Die Flächen, die dazu auch als „Puffer“ genutzt werden, können dank der neuartigen Verlegetechnik weiterhin ganz normal bewirtschaftet werden und werden auf diese Weise doppelt genutzt. Neben dieser innovativen netzgebundenen Wärmeversorgung wird in diesem Gebiet auch ein intelligentes Lastmanagement in den Gebäuden zur Stromnetzentlastung (Smart Grid) modellhaft umgesetzt und messtechnisch begleitet.  

Alle technologischen und nutzerorientierten Analysen und Bewertungen werden dokumentiert und in Planungsleitfäden zusammengefasst, die sich auf weitere Kommunen mit ähnlichen Strukturen übertragen lassen.  Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit einer Fördersumme von mehr als drei Millionen Euro gefördert. Beteiligte Unternehmen im Unterauftrag der Gemeinde sind: dieErneuerbaren zur Unterstützung der Gemeinde bei der Projektabwicklung, die ProKlima GmbH & Co. UBP KG zur Umsetzung eines Biomassenahwärmenetzes mit dezentraler Solarwärmeeinspeisung und zur Analyse weiterer Umsetzungspotentiale in Wüstenrot, Vattenfall Europa Wärme AG für den Betrieb eines kalten Nahwärmenetzes mit Agrothermieflächen sowie für intelligentes netzübergreifendes Lastmanagement über ein Virtuelles Kraftwerk und die Fa. Doppelacker für die Umsetzung der Agrothermieflächen inklusive kaltem Nahwärmenetz im Plusenergie-Modellprojekt. Die Firmen Dispatch Energy Innovations GmbH und ads-tec GmbH verstärken das Projektteam als Verbundpartner. Dispatch Energy ist für elektrische Speichersysteme zuständig, die ads-tec GmbH für das intelligente internetbasierte Datenmanagement. Beide Firmen arbeiten zusammen mit dem ZSW an der Entwicklung von Strategien zur Integration großer Stromspeicher in das lokale Stromnetz zur Netzentlastung. 

 

Kontakt für Rückfragen

Forschungszentrum Nachhaltige Energietechnik der HFT Stuttgart

Dr. Dirk Pietruschka

Tel. 0711 8926 2674

dirk.pietruschka(@)hft-stuttgart.de

 

Gemeinde Wüstenrot:

Bürgermeister Wolf 07945 – 919910

Herr Löffelhardt 07945 - 919953

kontakt(@)gemeinde-wuestenrot.de

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